
Die Statistiken belegen, dass immer mehr Menschen wegen Drogenkonsums zur Medizinisch Psychologischen Untersuchung müssen. Im Jahr 2009 waren es rund 19.000. Das sind nach Angaben des TÜV Süd rund 10% mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig ist dies der zweithäufigste Grund, warum Menschen ihren Führerschein abgeben müssen. Wird ein Fahrer im Straßenverkehr auffällig und es gibt keine Ergebnisse beim Alkoholtest, dann greift die Polizei zum sogenannten Drogenwischtest.
Ein großes Problem in diesem Fall ist der fehlende gesetzliche Spielraum. Bei Alkohol oder anderen Delikten im Straßenverkehr gibt es Grenz- und Richtwerte. Diese entfallen, wenn es sich bei dem Vergehen um Fahren und Drogeneinfluss handelt. Bereits der Verdacht auf den Konsum von Betäubungsmittel reicht der Polizei bzw. den Behörden aus, um den Führerschein einzubehalten und eine MPU Drogen anzuordnen. Dabei kommt es nicht darauf an, ob es sich um eine Verkehrs- oder lediglich um eine Personenkontrolle handelt. Findet die Polizei bei Dir irgendwelche Drogen, dann wird dieser Umstand gründlich geprüft.
Damit Du Deinen Führerschein nach dem Konsum von Drogen zurückerhältst, müssen zwei Bedingungen erfüllt sein: Zum einen muss eine Medizinisch Psychologische Untersuchung erfolgen, zum anderen muss der Nachweis der Drogenabstinenz erbracht werden. Hierfür gibt es unterschiedliche Richtwerte. So muss beim Konsum von Cannabis Abstinenz über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten nachgewiesen werden, bei allen anderen Drogen musst Du mindestens nachweislich ein Jahr abstinent sein. Wenn dieser Beweis nicht zweifelsfrei erbracht werden kann, dann ist auch ein positives MPU-Drogen-Gutachten nutzlos.
Verschiedene Labors bieten den Nachweis durch eine Haaranalyse an. Bei einem sogenannten Drogen-Komplett-Screening können verschiedene Drogen nachgewiesen werden. Dazu gehören
Bei der Auswahl des Labors für den Abstinenz-Nachweis ist es wichtig, darauf zu achten, dass eine TÜV-Zertifizierung des Labors und des Verfahrens vorliegt, damit der Nachweis auch sicher von der Führerscheinbehörde anerkannt wird.
Die Haaranalyse, die die Alternative zum Urintest darstellt, hat dabei einige weitere Vorteile:
Bereits eine einmalige Haarprobe hat genauso viel Informationsgehalt wie die Vielzahl an Urinproben, die erforderlich sind, um Abstinenz über einen längeren Zeitraum nachzuweisen. Beim Urinscreening können immer Zweifel bestehen, ob es zwischen den Untersuchungen nicht doch zum Drogenkonsum kam. Dies kann beim Drogenscreening über die Haaranalyse definitiv ausgeschlossen werden.
Pro Zentimeter Haar kann ungefähr ein Monat Abstinenz nachgewiesen und natürlich auch widerlegt werden. Dementsprechend kann bei einer Haarlänge von ca. 7 cm die Drogenabstinenz über ein halbes Jahr zweifelsfrei bewiesen werden. Ist das Haar noch länger, dann kann der Konsum bis zu einem Zeitraum von einem Jahr nachgewiesen bzw. ausgeschlossen werden.
Nur mit sehr guter Vorbereitung und dem absoluten Verzicht auf Drogen besteht die Chance, dass eine MPU Drogen mit einem positiven Gutachten abschließt.
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