
Bei der Medizinisch Psychologischen Untersuchung werden verschiedene Punkte beleuchtet. Zum einen werden die Daten aus Deiner Vergangenheit bewertet, zum anderen wird eine Prognose für die Zukunft gestellt, was Deine Fahrereignung und Dein Verhalten im Straßenverkehr angeht. Im Durchschnitt dauert eine MPU drei bis vier Stunden, in denen die unterschiedlichen Teile der Untersuchung abgearbeitet werden. Die Reihenfolge kann dabei von Gutachter zu Gutachter unterschiedlich sein. Grundsätzlich gibt es den MPU Reaktionstest, das psychologische Gespräch und die ärztliche Untersuchung.
Da die MPU individuell verschieden lang dauern kann, sollte man sich für diesen Tag keine weiteren Termine einplanen.
Der genaue Ablauf beim MPU Test hängt von der Art Deines Vergehens ab. Je nachdem, ob Du Deinen Führerschein wegen Alkohol-, Drogen- oder Medikamentenmissbrauchs, wegen Verkehrsdelikten oder wegen anderer Straftaten abgeben musstest, ist der MPU-Test unterschiedlich aufgebaut.
Hier wird Dein Allgemeinbefinden geprüft: Größe, Gewicht, Hör- und Sehvermögen, Abtasten der Organe und noch einige Punkte mehr können hier abgearbeitet werden. Weiterhin wirst Du auf Erkrankungen untersucht, die verkehrsrechtlich relevant sein können, wie zum Beispiel Alkohol- oder Drogenmissbrauch oder auch die Abhängigkeit davon. Ein Gespräch über Deine gesundheitliche Vorgeschichte gehört ebenso zur Untersuchung wie eine Urinprobe und eine Blutentnahme. In diesen Teil der MPU gehört auch die Haaranalyse, mit der sich Drogen- und Alkoholkonsum bzw. die Abstinenz über Monate zurückverfolgen lässt.
Bei diesem Test werden Deine Reaktionsgeschwindigkeit, Dein Wahrnehmungsvermögen und Deine allgemeine Leistungsfähigkeit geprüft. Für den Test, der auch Mehrfach-Reaktionstest genannt wird, wird ein Computerprogramm verwendet, das die Ergebnisse aufzeichnet und am Ende des Tests auswertet.
Im psychologischen Gespräch wird Deine Persönlichkeit gründlich geprüft. Die Gründe für Dein Fehlverhalten in der Vergangenheit, die Art und Weise, in der Du es aufgearbeitet hast und Deine Strategien für die Zukunft werden hier abgefragt und auf Glaubhaftigkeit und Schlüssigkeit geprüft. Außerdem musst Du den angemessenen Lebenswandel der erwartet wird, bereits seit mindestens sechs Monaten auch umsetzen.
Meist fragt der Psychologe Dich nach Deinen Erinnerungen zu den Straftaten und auch, wie Du Dein Verhalten persönlich einschätzt. Sehr wichtig ist, dass die Aussagen, die Du machst, widerspruchsfrei sind und dem Gutachter keinen Anlass geben, am Wahrheitsgehalt Deiner Worte zu zweifeln.
Wenn Du es schaffst, den Gutachter davon zu überzeugen, dass Du Dein Verhalten dauerhaft geändert hast und im Straßenverkehr, bzw. im Bezug auf Alkohol- und Drogenkonsum einsichtig bist, dann hast Du schon fast gewonnen und wirst mit einem positiven MPU-Gutachten nach Hause gehen. Allerdings nur dann, wenn bei einer Haaranalyse negative Ergebnisse belegt sind und der Reaktionstest zufriedenstellend ausgefallen ist.
Manchmal erweckt ein Gespräch den Anschein, als hätte der Gutachter Deine Akte gar nicht gelesen. Wenn Du diesen Eindruck hast, solltest Du das Gespräch abbrechen, da die Erstellung eines aussagekräftigen Gutachtens durch den Psychologen dann nicht möglich ist.
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